Sonntag Abend, gerade bin ich zurück von unserer Taunus-Tour an der Saalburg. Regen war angesagt, etwa die Hälfte der Gruppe war gekommen ( Kompliment an diese Wackeren!), wetterfest verpackt und zu allem entschlossen.

Nun ja, es hat heute nur einmal geregnet. Etwa ab etwa 7 Uhr morgens, durchgängig. Vom Nieseln bis zum starken Guss war alles dabei, glücklicherweise ohne eisigen Wind. Und es war eine ganz wundervolle Tour! Fünf Gründe, weshalb eine Regenwanderung einen ganz besonderen Zauber hat:

  • Wald und Wiesen mit ihrem nassen Grün duften viel, viel intensiver als bei trockenem Wetter.
  • Die Luft ist ganz besonders sauber und satt von Sauerstoff und Feuchtigkeit. Haut und Atemwege werden verwöhnt – eine kleine Wellness-Kur!
  • Im Regen hat der Wald ganz eigene Geräusche: starkes oder verhaltenes Prasseln in den Blättern, Gluckern und Gurgeln am Wegesrand. Und die Vögel fangen bei nachlassenem Regen sofort aus Leibeskräften an zu zwischern.
  • Der Wald ist einsam und leer. Selbst Gegenden, die normalerweise überlaufen sind, hat man weitgehend für sich. Wer hier unterwegs ist, macht das wirklich gerne. Naturgenießer unter sich …
  • Und die Einkehr am Ende macht besonders viel Spaß. Nach so einer Wanderung ins Trockene zu kommen … nasse Jacke aus … etwas Warmes bestellen … das ist pure Seligkeit!

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Damit man so eine Regenwanderung wirklich genießen kann, braucht es diese Voraussetzungen: Erstens gute Kleidung, in der man warm und trocken bleibt, ohne ins Schwitzen zu kommen. Und gute Schuhe – nasse Füße stören den Genuss! Übrigens helfen auch die besten Wanderstiefel nichts, wenn die Hosen irgendwann durchgeweicht sind und  der Regen am Bein entlang in die Schuhe läuft. Deshalb sind Regenhosen auch ein Schutz vor nassen Füßen. Von einer Regenkapuze halte ich persönlich nicht allzu viel, sie schränkt die Sicht ein und lässt Brillen beschlagen. Besser finde ich einen Regenhut mit breiter Krempe. Schirm im Wald ist übrigens nicht albern, sondern praktisch – so lange man die Hände nicht für Stöcke braucht.

Taunus Saalburg © M. Joppich, 2012

Taunus Saalburg © M. Joppich, 2012

Zweitens sollte man vor allem bei steilen Wegen trittsicher sein und auf den Weg achten. Schnell ist man auf einem nassen Stein, einer glatten Wurzel oder Metallrinne ausgerutscht. Ich habe selbst einmal erlebt, wie sich bei einer Wanderreise die Bergführerin das Bein gebrochen hat, weil sie nach einem Regenguss nachlässig geschlendert ist und eine solche Querrinne übersehen hat.

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Drittens darf das Wetter nicht gefährlich sein. Gefährlich sind Gewitter, Sturm und Orkan, damit ist nicht zu spaßen.  Bei solchen Wetterlagen sollte man den Wald tatsächlich meiden. Simpler Regen, zumal bei moderaten Temperaturen, ist dagegen überhaupt kein Problem. Man muss sich einfach nur von dem Gedanken befreien, dass Wandern zwingend  mit schönem Wetter einhergehen muss.

Übrigens kam die Sonne nochmal raus – abends gegen sieben, als ich frisch geduscht aus dem Bad kam …

Warum man unbedingt mal im Regen wandern sollte

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